Nora Manthei

Für schlechte Zeiten

Objekt, Rettungsweste aus Pflanzenfett, Kühltruhe, ca. 25 x 10 x 45 cm

2016

Ob man für oder gegen etwas ist, ist für mich immer auch eine Frage der Distanz. Gesellschaftliche und politische Ereignisse können, auch wenn sie nicht in unserer unmittelbaren Nähe passieren, Wut, Unverständnis und Mitgefühl auslösen. Durch unsere mediale Welt können wir uns von allem ein Bild machen. Eine ganze Bilderflut überrollt uns und manchmal möchte man einige Fotos und Videos am liebsten wieder vergessen, die Distanz und das Nichtwissen, das man vorher hatte, wieder zu erlangen. In meinen Arbeiten behandele ich meist gesellschaftliche und politische Themen, deren Umstände mich bewegen. In meiner Vorgehensweise versuche ich, Bilder zu finden, die unsere gewollte Distanz überwinden und einen Zugang bieten, sich damit zu beschäftigen. Einen negativen Zustand zu beleuchten und eine Form zu finden, die eine Haltung hat, die diesem kritisch gegenübersteht, ist mein Ziel. Themenfelder auszuwählen, die unbequem sind und den Finger in die Wunde zu legen, um damit eine Auseinandersetzung zu finden, ist für mich eine wichtige Aufgabe der Kunst.